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Wichtig: Der notwendige Luftaustausch für alle Räume!

Wer neu baut oder ein Gebäude grundlegend saniert, muss die Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) beachten. In der Verordnung wird eine weitgehende Luftdichtheit der Gebäudehülle verlangt, um Lüftungswärmeverluste zu vermeiden. Was aus energetischer Sicht unbedingt zu begrüßen ist, kann aber zu großen Problemen in Bezug auf die Qualität der Raumluft führen. Da der Mensch beim Atmen Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxid (CO2) abgibt, verschlechtert sich die Raumluft bei unzureichender Lüftung permanent durch die steigende Konzentration von CO2.

Luftaustausch
© gpointstudio - fotolia

Deshalb verlangt die EnEV gleichzeitig aber auch, dass ein hygienischer Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Zu diesem Zweck bietet die DIN 1946–6 mit dem so genannten Lüftungskonzept die Möglichkeit festzustellen, ob eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist. Diese ist immer dann erforderlich, wenn die „natürliche“ Lüftung über Gebäudeundichtigkeiten (Fugen, Ritzen) nicht ausreicht, um Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbefall zu verhindern. Hierzu werden nach der Norm einige Einflussgrößen definiert, z. B. die Gebäudeart, die Dichtigkeit und der Wärmeschutz des Gebäudes.

Der hygienisch und bauphysikalisch notwendige Luftaustausch muss also gewährleistet sein. Etwa alle zwei Stunden sollte die gesamte Raumluft einmal erneuert und durch frische CO2-arme Außenluft ersetzt werden.

Der Luftaustausch kann sich ergeben aus:

  • der Undichtigkeit des Gebäudes
  • der Nutzung des Gebäudes (Begehen und Verlassen der Wohnung)
  • der manuellen Fensterlüftung
  • der Nutzung von Außenluftdurchlässen oder Lüftungsschächten (freie Lüftung)
  • einer ventilatorgestützten Lüftung

Feuchtigkeit und Schadstoffe

Die in einem 4-Personen-Haushalt vor allem durch Baden, Duschen, Kochen, Blumengießen und Atmen in Form von Wasserdampf täglich frei werdende Feuchtigkeit kann bis zu 10 Liter Wasser betragen. Diese Feuchtigkeitsmenge muss durch ausreichende Lüftung abgeführt werden, sonst kondensiert der Wasserdampf hinter Schränken oder in Raumecken. Durchfeuchtete Wände, gesundheitsschädlicher Schimmelpilz und eine starke Vermehrung von Hausstaubmilben sind die Folge. Hinzu kommt, dass aus Einrichtungsgegenständen, Farben, Tabakrauch, Putzund Reinigungsmitteln freiwerdende Schadstoffe ebenfalls unzureichend abgeführt werden. Dies führt in einigen Fällen zu so hohen Schadstoffkonzentrationen, dass dadurch allergische Reaktionen auftreten.

In Schlafräumen kommt es aufgrund mangelnder Lüftung häufig zu Schimmelproblemen: Ein Erwachsener kann durch Atem und Schweiß im Durchschnitt bis zu 1 l Flüssigkeit pro Nacht verlieren. 1 l ausgeatmete Luft mit einer Temperatur von 32 °C kann ca. 34 mg Wasser enthalten. Diese enthaltene Luftfeuchtigkeit ist sichtbar als weißer Hauch in kalter Umgebung. Ein Kubikmeter Luft kann bei einer Temperatur von 20 °C bis zu 18 g Wasser (1 Schnapsglas) speichern. Ein typisches Schlafzimmer mit einer Fläche von 4 x 4 Metern und einer Höhe von 2,5 Metern enthält also mit einem Raumvolumen von 40 m 3 dann bis zu 720 g Luftfeuchtigkeit (Wasser). Mit steigender Lufttemperatur steigt die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen.

Luftholen muss sein

Als Ausweg wird häufig die Stoßlüftung, das mehrmalige tägliche Lüften mit offenen Fenstern für eine bestimmte Zeit, gesehen, um durch den Luftaustausch gesundheitlichen Risiken vorzubeugen und um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden. Aber gerade durch diese Zufallslüftung wird eingesetzte Heizenergie unkontrolliert an die Außenwelt abgegeben. Die Systemabstimmung von baulichem Wärmeschutz und anlagentechnischer Effizienz zur Energieeinsparung geht verloren. Diese Verluste steigen prozentual mit der Dichtigkeit des Gebäudes stark an. Angestrebte energetische Standards, wie sie z. B. die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert, werden durch Fensterlüftung zunichte gemacht.

diagramm-waermeverluste
Wärmeverluste in unterschiedlichen Gebäudetypen